Sonntag, 18. Dezember 2005

Max Pain Teil 1

Jaegerhochsitz



Schon in frühen Jahren galt für Max die Devise : Alles kennenlernen,alles ausprobieren - neugierig auf Erscheinungen zugehen,nichts ignorieren.
Ein wahrer Draufgänger, der sich für keine Aktion zu schade wahr.So entstanden Anekdoten von Trinkgelagen mit Pariser Clochards,gestürmten Promifeten,Wanderungen auf Nehbergers Spuren,nicht enden wollenden Tänzen durch die ein oder andere Partyszene.
Kein Mensch schien ihm unerreichbar,jeder wurde gleichermaßen respektvoll behandelt,ohne Scheu vor Tabus oder Konventionen.
Es machte Ihm nichts aus alte und neue Freunde miteinander bekannt zu machen, auch wenn diese überhaupt nicht zueinander paßten.
Er stand zu den Menschen die er kennen lernte und schätzte.Wer mit ihm zu tun hatte mußte dies akzeptieren.
Ganz oder gar nicht - so oder so.
Menschen die verrufen ignorierte er genau wie seinen Ruf.
Er lebte seine Schwäche für laszive Frauen stets hemmungslos aus.
Wobei ich hier eine kleine Einschränkung machen sollte, denn Max war üchtern so lange er üchtern war.
Seine Liebschaften waren von neoromantischen Ausmaßen.
Teilweise hatte man den Eindruck er würde vor Liebesenergie die ganze Welt einnehmen können, um dann vor Enttäuschung und Schmerz am Rande der Selbstvernichtung zu taumeln.
Sein freundliches, aufgeschlossenes und naives Wesen brachte ihm viele Freunde aus allen gesellschaftlichen Schichten. Es störte ihn nicht, das sich auch Männer sexuell für ihn interessierten.Mit Charme und Humor konnte er die Annäherungen elegant auslaufen lassen.Kurz um, er saß fest im Sattel.
Im Laufe der Jahre jedoch fing er an die Abgründe der menschlichen Seele zu erforschen.
Sowohl seine eigenen, als auch die seines Umfeldes.
Wie kaum ein anderer trug er den Glauben an das Gute im Menschen in sich.
Diese naive Kraft ermöglichte es ihm immer tiefer in die dunklen Bereiche der Seelen zu gelangen, ohne auch nur ansatzweise Angst zu empfinden.Mit Kindesaugen schaute er auf die Aus- und Mißformungen von Geist.
Er fing an sich wie ein Schauspieler die Strategien und Verhaltensweisen der Menschen um ihn herum einzuprägen;sie zu benutzen. Unbeirrbar im Glauben gelang es Ihm immer häufiger die ein oder andere Seele zu erreichen.
Die Manipulation des Geistes schienen ihm gerechtfertigt.Basierend auf seinen psychosozialen Autoversuchen und seinen Beobachtungen tanzte er den Menschen die Lebensfreude in die Birne.Auch mir , ich gebe es zu -
Da der Mensch stets neue Herausforderungen sucht und vieles für Max nun gewöhnlich wurde, suchte er sich immer düstere Gemüter.Er hatte Kontakt zu Drogenabhängigen,Selbstmordgefährdeten,Sadisten,Perversen und anderen schwierigen Gestalten.Dabei stieß er auf Personen die sehr intelligent waren und seine naiven Denkbahnen früh durchschauten.Diese Menschen ermunterten Max immerzu seine eigenen Grenzen zu den dunklen Seiten seines Wesens zu überschreiten.Es entstand eine Art Spiel, denn Max war ja erfahrener Grenzgänger und stets in kontrollierten Bahnen unterwegs.
Seine Freunde und sein Familie hatten zunehmend Probleme seine merkwürdigen Anwandlungen nachzuvollziehen.Sie zogen sich zurück.Keiner von all den Menschen die Max zu seinen Freunden zählte erreichte ihn noch.Die Bindungen hielten nicht .
Max war zwar irritiert aber er verstand seine sogenannten Freunde auch gar nicht.In seinen Augen waren sie nur noch Verräter und undankbare Egomanen.Sein Schmerz schien ebenso grenzenlos, wie es seine Vergnügungssucht war.
Immer turbulenter, immer rasanter nabelte Max sich nun aus allen gesellschaftlichen Räumen ab.
Seine Vermutung, daß alle Menschen nach Macht streben,jeder den Schwächeren mißhandelt und alle nur sich selbst lieben bestätigte sich immer öfter in seinen skurilen Versuchen.
Die Fähigkeit Anderen Schwäche zu offenbaren, um zu spüren wie sie diese nutzen und zu Vergewaltigern mutieren, erfüllte ihn mit Bestätigungsgedanken.
Jede beobachtete Kleinigkeit bekam nun für ihn das Gewicht einer fundierten wissenschaftlichen Untersuchung.
Normalität gab es nicht mehr.
Fast täglich nahm Max erlösende Substanzen zu sich, um seine Verletztheit und die vermeintlichen Erkenntnisse ertragen zu können.Er dachte er habe nun alle Dämonen kennengelernt.
So zog er sich zurück und beschäftigte sich zunehmend mit sich selbst.Da er nie die Einsamkeit kennengelernt hatte wurde sein Weltschmerz noch zusätzlich gesteigert.
Vom Glauben abgefallen,von den Freunden verlassen,auf geistigen Abwegen verlaufen,klammerte er sich nun an das Netz- oder verfing er sich gar ?
Die Kommunikationsplattform der Gestrandeten,der vermeintlich schweigsamen Technokraten,der Onlinezocker,der Chatter und Blogger.
Die Heimat der Zahlen und der Programmierer, der Hacker und all der anderen User.
Der Ort, an dem jeder ein virtuelles Zuhause finden kann, sollte seine neue Forschungsstätte werden.
Sein Bild von der Welt mit der allergrößten Liebe zum Detail mühsam aufgebaut, wollte er nun Stück für Stück vergessen.Er tauchte hinab in das monotone Rauschen.Je einfacher das Muster seiner Bewegungen wurde, desto besser ging es ihm dabei.Das Paradies des Vergessens war spürbar nahe.Die existentiellen Notwendigkeiten wurden professionell auf ein Minimum reduziert.Max gelang es schon bald eine Onlinegemeinde zu finden.Hier tobte er sich aus fluchte und scherzte nun in einer neuen Spache. LOL,ROFL,BRB gehörten schnell zum neuen Sprachschatz.
Das unklomplizierte fest an starre Schemata gebundene Chatten, gepaart mit einigen Dosen Pils und anderen psychoaktiven Leckereien, ließen ihn die Welt da draußen schnell vergessen.

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knotscher95 - 4. Jul, 11:20
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knotscher95 - 4. Jul, 10:49
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Reh Volution - 3. Jul, 18:04
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knotscher95 - 3. Jul, 13:27
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Reh Volution - 3. Jul, 10:48
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