Abgelegt

Da knistert es im Gebüsche .Stimmen,das Bersten von Ästen ist schon zu hören.
Die erstaunliche Ruhe des späten Nachmittages wird sanft gestört.
Ein Liebespaar nähert sich der kleinen Öffnung zum See.
Das Licht spielt in den flüchtigen Wölkchen.
Es ergiest sich von dort, in großem Gleichmaß, auf die kaum bewegte Oberfläche des so unheimlich rein erscheinenden Wassers.
Verlockender kann eine Einladung zum Bade nicht vorgetragen werden.
Spätsommerliche Farben durchziehen das andere Ufer.Rot umspielt Grün mit frecher Vorahnung.
Gelblich schimmernde Felder und überstrahlte Häuserwände im Wechselspiel.
Das Wasser berührt zaghaft das in lichtem Okker leuchtende Ufer.
Eine türkise Sphäre scheint alles einzuhüllen.Die Spiegelung der Wolken wirken so unendlich zerbrechlich.
Er angekommen,reißt sich die Kleider vom Leib,kommt wegen der kleinen Steinchen leicht ins Schwanken und entdeckt beim Wiedererlangen seines Gleichgewichts eine winzige Raupe die über den jungfräulich darliegenden See wacht.
An einem unsichtbaren Faden hängt der Wurm.
Ein stilles Abkommen scheint zwischen dem edlen Ritter und dem Ungetüm zu bestehen, denn unversehrt darf sich der Jüngling dem Wasser nähern.
Tropfen spritzen und die Euphorie des Badenden verusacht nicht enden wollende Wellenmelodien.
Der Einheimische im hellblauen Ruderboot guckt aus einiger Entfernung beunruhigt auf seine Pose.
Er gestikulierend zu seiner Freundin.
Sie schüchtern mit sich ringend.
Der Angler scheint zu ahnen das es mit dem Fangplatz zu Ende geht.
Sie guckt erneut zu dem in einigen Metern Entfernung nun frei schwimmenden Burschen.
Das kecke Spiel mit dem Nass scheint ihr zunehmend Lust in die Glieder zu treiben.
Dennoch bleibt sie am Ufer stehen.
Die Raupe zieht sich nach und nach aus der Affäre.
Unentwegt ruft der Mann ihr zu.Sie streift ganz langsam ihre Schuhe ab.
Der Angler entfernt sich um ein Paar höfliche Ruderschläge.
Nocheinmal ruft er ihr zu und tatsächlich entledigt sie sich ihrer Kleider und gibt sich dem Bad hin.
Großzügig lacht die Oktobersonne über dem Geschehen.
Er blickt fröhlich staunend zu seiner Freundin.
Wie schön sie ist wenn sie ihre Angst ablegt.
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Reh Volution - 2. Feb, 21:57





















