Montag, 27. Februar 2006

Engel

Engel

Lange Zeit glaubte er an eine Verwirrung des Geistes.Der Rückzug aus dem Nachtleben,der Mangel an sozialer Interaktion,vielleicht sogar die Nachwehen auf den Genuß legaler Drogen , könnten die Ursache für die Wahrnehmungsstörungen sein.
In jedem Falle waren die Beobachtungen derartig schräg, dass er es vorzog niemandem davon zu berichten.
Mit der Zeit fragte er sich ob es wirklich Störungen waren oder vielleicht einfach nur falsch interpretierte Zufälligkeiten.Kam er in die Stadtbücherei, lagen die Bücher in den Auslagen über die er kürzlich thematisch nachgedacht hatte.Kam er zu spät zum Bahnhof, hatte der Zug auch Verspätung.Ging er nachts durch die Straßen, spielten die elektrischen Parkautomaten auf seinem Wege verrückt.Mitten in der Nacht röhrte der Automat laut auf und fing an wild zu blinken.Straßenlaternen schienen mit ihm kommunizieren zu wollen.Ganz besonders jene an der Einfahrt zu seiner Straße.Immer wenn er im Dunkeln nach Hause fuhr flackerte die Lampe oder sie ging einfach aus.
Hinzu kamen verschlüsselte Botschaften die sich aus zufällig mitgehörten Gesprächsfetzen ergaben.So grübelte er den ganzen Tag über seine Schwierigkeit weinen zu können um dann in einer Pommesbude ein Gespräch aufzuschnappen bei dem es um die Unfähigkeit zu weinen ging.Die Zufälligkeiten häuften sich.
Auch sorgte er sich um die Privatsphäre seiner Gedankenwelt.Anonyme Menschen im Internet schienen seine Gedanken zu kennen.Zumindest spiegelte sich in den gelesenen Zeilen immer öfter kürzlich ersonnenes Gedankengut.
Die Empfindung ging sogar so weit ,dass er auch physisch das Gefühl hatte eine Art Saugnapf würde auf seiner Stirn plaziert werden.An einem solchen Abend floh Otto aus der Wohnung.Das Gefühl jemand oder etwas docke an seinem Gehirn an, wurde unerträglich und er dachte frische Luft könne da bestimmt helfen.Während des Rundganges kam er an besagter Straßenlaterne vorbei.Sie fing an wie verrückt zu überstrahlen.Fast geblendet wollte Otto sich abwenden.Aber kaum hatte er die Empfindung realisiert wurde das Licht immer schwächer.Im Wechsel leuchtete die Laterne übermäßig stark und dann wieder ganz dumpf.
Im Sommer verließ er die Stadt und reiste nach Dänemark.Im Laufe des Wassersportseminares entwickelte er eine Freundschaft zu einem der Komilitonen.Jede Nacht gingen die beiden vor der Nachtruhe gemeinsam spazieren.Mit zunehmendem Vertrauen, begann er seinem Komilitonen eines Abends die Geschichte von den Zeichen zu erzählen.Als er gerade erzählte wie die Laterne in seiner Straße blinkte,überstrahlte und wieder dunkler wurde ging die einzige Straßenlaterne auf ihrem Spazierweg aus.
Da standen sie nun im Dunklen und der Komilitone flüsterte :
"Das sind keine Geister das sind Engel"
Seitdem stapft Otto beseelt durchs Leben und grüßt fröhlich jeden Engel der sich zu erkennen gibt.

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Dr. Wahllos

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ja reh es ist wirklich interessant was sie da machen. ich...
knotscher95 - 5. Jul, 02:38
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knotscher95 - 4. Jul, 12:55
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naja -reh - heute mit leicht verkaterter optik sieht...
knotscher95 - 4. Jul, 11:20
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knotscher95 - 4. Jul, 10:49
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Reh Volution - 3. Jul, 18:04
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ja reh ich wusste es - mit sowas steht man echt alleine...
knotscher95 - 3. Jul, 13:27
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Also der Wein ist eine gute Wahl, insbesondere um derlei...
Reh Volution - 3. Jul, 11:26
Moin lu, nun sind Sie...
Moin lu, nun sind Sie schon der Zweite, der gegen...
Reh Volution - 3. Jul, 10:48
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