Donnerstag, 1. Mai 2008

Interface der Freiheit

Weitere Beiträge dieser Diskussion zum Freiheitsbegriff in Die Dschungel. Anderswelt.

@ ifone

Freiheit will nicht zukunftstauglich sein !
Sie ist ein Prozess in dem das Individuum seine eigenen Grenzen immer wieder neu definiert.
Dieser Prozess findet JETZT statt und nie in Zukunft.
Die gesellschaftlichen Vorraussetzungen, die existentiellen Grundregeln, bilden in dieser Entwicklung allenfalls nur so etwas wie die Schwerkraft.
Die Freiheit des Individuums gibt es in der Tat nicht. Der Grund dafür ist aber nicht eine ausgeträumte Utopie, sondernd die Begebenheit das Freiheit eben einen Prozess darstellt und keinen Besitz.
Sie sprechen von unseren Freiheitsgraden und meinen ihre eigenen.
Es gelingt ihnen nicht ihre zugegeben ästhetisch anmutende Wut in einem freien Prozess Form zu geben;
da sie ihre eigene kreative Freiheit gleich setzen mit der eines Anglers, Bungeejumpers oder Extrembergsteigers.
Dem Künstler aber obliegt es in diesem Prozess die Rolle des Entdeckers einzunehmen.
Dort wo sie von Pseudofreiheit schreiben meinen sie nicht die Begrenztheit der Phantasie oder der Kreativität, sondernd die Grenzen der von ihnen wahrgenommenen Realität.
Unsere Zeit ist zugegebener Maßen derart bedroht, dass ich durchaus nachvollziehen kann, wenn man nach kollektiven Lösungsansätzen strebt. Nur darf man die Dinge nicht verwechseln.
Sie sind auf der Suche nach einem Interface, das eine Verbindung von Individuum zu Individuum schafft und zwar mit der wütenden Begründung ihres Gedichtes .
Im Einklang mit den Naturwissenschaften soll so das Heil gefunden werden.
Das Individuum wird dann als Illusion begraben; der Mensch zur Funktion im Namen der Freiheit.
Das was sie da beschreiben lieber ifone ist der Tod und nicht das Leben. Die kollektive Vereinigung der Seelen und des Geistes ist für mich nur das Bild einer möglichen Existenz nach dem Tod.
Das Leben hingegen ist die Aufgabe die vermeintliche Leere, die Einsamkeit des ICH's mit allem zu füllen und zu bereichern was die Sinne mir erschließen.
Der Künstler übernimmt dabei eine besondere Rolle.
Die Formen die er schafft sind als schöpferischer Prozess zu verstehen. Sie sind Dokumente der Freiheit oder um es mit den Worten Klees zu sagen als Genesis, als Werden, als Wesen zu verstehen.
Nicht vollendet -
Der Forellenangler hat dieselbe existentielle Aufgabe, aber nicht dieselbe Verantwortung.
Ihr Vergleich hinkt!
Ihre Sehnsucht nach einem Freiheitsinterface strebt weg von der Kunst, hin zu einem wissenschaftlich elaboriertem Paradies.
Der freie Künstler weiß auch so das er Funktion ist; aber nicht in ihrem Sinne, sondern in seiner Demut vor der Schöpfung.
Ihre Skalierung von Freiheit ist nur Ausdruck ihrer allzu menschlichen Angst. Sich auf den Freiheitsprozess einzulassen bedeutet aber nicht angstfrei durch die Welt zu tanzen.
Es bedeutet an den Ängsten zu wachsen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.
Ängste sind Instanzen des Geistes.
Erst im Prozess des Individuums seine eigenen Grenzen immer wieder neu zu definieren, eine Lebensform zu entwickeln, können die Angstinstanzen überwunden werden.
Es ist eine Entwicklung und kein Zustand an dem ich interessiert bin.
Ihre Vision könnte man aufgreifen um einen Science Fiction Roman zu schreiben.
Die Technologie entwickelt tatsächlich so ein Interface der Freiheit.
Die Menschheit wird von allen Ängsten befreit.
Die Wissenschaft verliert jegliche Demut.
Der Urknall wird reproduziert.
Leider war die entfachte Energie so groß, dass dabei die Erde ausgelöscht wurde.

Montag, 21. April 2008

Collage




go-to



.
Mein neuestes Werk :
"go to"

Mittwoch, 16. April 2008

punkt

'
Siris-Bild
'
plus und minus
nord und süd
begrabenbeerdigtbestattet
tief unter ihren gräbern
ruht der punkt
von hier kommt die bewegung
zyklische erneuerung löst sich wellenartig auf
durchdringt raum und zeit
irgendwo verbinden sich drei kreise
ein haltbares geflecht

flucht
ruhe
.

©

Dienstag, 15. April 2008

liebesträume

 
 
liebesträume angeschwemmt am ufer der Seine
ein immer selteneres bild
träume werden in tränen aufgewogen
wehe dem der keine mehr hat
die traumreste einer großen liebe leuchten sanft in den rottönen des morgens
möwen erzählen von riesenwellen aus liebesträumen
die träume wandern über den schlick
treiben mit den gezeiten
und finden sich schließlich zu schwärmen im ozean zusammen
immer wenn sich zwei großartige liebesträume treffen
wachsen die wellen gewaltig an
während sie über das meer ziehen
lachen die mondmuscheln
und die strände verzehren sich vor sehnsucht nach einer liebestollen brandung
ein sommerwind treibt die träume wie federn durch das kühle naß
jeder traum ein brief an die welt
überreste mächtiger gefühle singen ein lied vom leben
früher gab es zauberer die aus liebesträumen kirschbäume und goldmohn wachsen ließen
die erde stöhnte lustvoll und blutrote kirschen hauchten den menschen ihr geheimnis ins ohr
jetzt sind die träume zahlreicher
einige wandern immer noch ins meer um ihresgleichen zu suchen
die meisten aber verneinen die alten wege
sie haben gelernt mit den winden zu fliegen
niemals an grenzen stoßen
deinen raum verlassend
fortlaufend im jetzt
durch die brennpunkte der ellipse schlüpfen sie ins unbekannte
ICH bleibe zurück

©
 
 

Samstag, 29. März 2008

reboot

 
 
eine elster pickt an einem butterbrot
austern rappen vom hafen herrüber
fluchtdistanz~fluchtkerne~fruchtdistanz~kerndistanz~fruchtflucht~fruchtkerne
ein maler trägt dick auf
doch seine farben wandern aus
sie beantragen asyl in der antarktis
die pinguine stimmen dafür
es regnet meerwasser
die elster fliegt davon
ein grashüpfer schnappt sich den rest vom butterbrot
und nagelt es an die nächste kirchentür
dort erleuchtet in großen lettern das wort
reboot
 

©
 

Donnerstag, 27. März 2008

camarupa

feine fertile furchen formen
seiden schillernde samen säen
kleine kindliche küsse keimen
wachsen wohl wie wolken
fliegen flott fließen flink
lösen letztlich luftig leicht
riesen rätsel räumlicher ratio

©

Mittwoch, 26. März 2008

ICHOTOMIE

ein ICH zieht sICH durch das gelesene
wort an wort
ein SOS der seelen
gereimte ungereimtheiten
verdICHten sICH zu einem generalverdacht
worte stechen unbarmherzig
ins liebende herz
halt dICH fest
halt dICH gut fest
dies ist erst der anfang
er ist der anfang
die achterbahnfahrt geht jetzt erst rICHtig los
er ist rICHtig los
wir und du
er und sie
ihr
alle mischen mit im konzert
vom ICH
reife früchte hängen am hirnstamm
des individuums
kollektiv wird abgeerntet
spieglein spieglein an der wand
summt es im hintergrund

©
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Mal im Trüben gefischt: http://upload.w ikimedia.org/wikipedia/com mons/0/02/Coco_island_cous teau.jpg
Mal im Trüben gefischt: http://upload.w ikimedia.org/wikipedia/com mons/0/02/Coco_island_cous teau.jpg
Pjotr (Gast) - 2. Mär, 23:00
Mal im Trüben gefischt: http://upload.w ikimedia.org/wikipedia/com mons/0/02/Coco_island_cous teau.jpg
Mal im Trüben gefischt: http://upload.w ikimedia.org/wikipedia/com mons/0/02/Coco_island_cous teau.jpg
Pjotr (Gast) - 2. Mär, 22:59
manchmal zu wahr, was...
manchmal zu wahr, was sie da geschrieben haben.
la-mamma - 5. Nov, 09:46
vielen dank für die guten...
vielen dank für die guten wünsche und die kleine ausführung...
Reh Volution - 20. Mai, 14:14
ich hatte vor einigen...
ich hatte vor einigen jahren eine schwere psychose,...
wavefeather (Gast) - 18. Mai, 22:06
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